YRCA-Fahrtenwettbewerb 2003 und Neuigkeiten zum Fahrtensegeln

Für den Fahrtenwettbewerb lagen am 31.12.2003 bei Eberhard Hohaus (2. Sportwart) fünf Bewerbungen vor.

Am 9.1.2004 wurde die Bewertung durch den 1.Vorsitzenden Klaus Böckeler und den 1. Sportwart Thorsten Stoel vorgenommen. Vorschlag des anwesenden 2. Sportwarts war, sich an der Bewertung nicht zu beteiligen, da er Stifter des Fahrtensegelpreises sei und eine Doppelfunktion vermieden werden sollte. Dem Langfahrtpreis für Hochseesegler konnte keine Bewerbung zugeordnet werden, da hierfür mindestens 500 sm zurückgelegte Strecke gefordert werden. Folglich wurden die Bewerbungen nach den Ausschreibungsunterlagen des Fahrtensegelpreises bewertet.

Die Siegerehrung erfolgte im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 24. Januar 2004 im Hotel zur Post, Attendorn.

Übereinstimmend konnte folgendes zu den Bewertungen festgestellt werden: Die zurückgelegte Strecke nach der Anzahl Seemeilen kann kein alleiniges Kriterium für die Findung der Reihenfolge der Bewerber sein, wie dies noch von einzelnen Seglerinnen u. Seglern angenommen wird. Damit entfällt die manchmal zu hörende "Begründung" für ein Fernbleiben vom Wettbewerb, man habe zu wenig Meilen vorzuweisen. Nicht zuletzt hängt die Anzahl der Seemeilen auch von der für den Segelurlaub zur Verfügung stehenden Zeit ab. Diese Dauer ist aber hier nicht zu bewerten; anderenfalls würden nicht mehr im Berufsleben stehende Segler gegenüber denjenigen mit normalem Jahresurlaub im Vorteil sein.

Wichtige Argumente zur Beurteilung der Törns waren u.a.:

  • Vorbereitung der Fahrt
  • Schwierigkeitsgrad des Reviers mit navigatorischen und seemännischen Anforderungen
  • Berücksichtigung reviertypischer Besonderheiten, bes. Ereignisse u. der Schiffslänge
  • Qualität und Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen
  • Woraus sonst sollte die Jury die entscheidenden Fakten entnehmen können ?

  • Neu: Die Bewerbungsunterlagen sollen zukünftig nicht mehr nur der Bewerbung für die Preise dienen, sondern werden vom jeweiligen 2.Sportwart archiviert und allen Clubmitgliedern für Törnplanungen zur Verfügung gestellt. So erfüllen die oftmals sehr informativen Fahrtenberichte eine noch wichtigere Aufgabe, nämlich die Weitergabe von Erfahrungen an andere Segler. (Selbstverständlich können Bewerber, die ausnahmsweise ihren Bericht nicht zur Verfügung stellen möchten, dieses dem Fahrtenwart mitteilen.)

    Neu: Im Internet des YRCA werden unter der Sparte Fahrtensegeln einige bemerkenswerte Törnberichte oder Auszüge hiervon erscheinen, um "den Appetit auf den Fahrtensegelsport anzuregen".

    Neu: Teilnehmer dieser oder früherer Wettbewerbe sind herzlich eingeladen, über Fahrten Reviere, Ereignisse innerhalb eines Fahrtensegelabends zu klönen oder vorzutragen. Dazu bringe bitte jeder Bildmaterial, Unterlagen, Logbuch, Seekarten etc. mit, um auf detaillierte Fragen Antworten und Hinweise zu geben, evtl. auch bestimmte Dinge nachschauen zu können.

    Ergebnisse Fahrtensegelpreis 2003 YRCA

        Fahrten Dauer
    der
    Fahrten
    (Tage)
    Seemeilen
    gesamt
    Normierte
    Seemeilen
    (10m
    Schifflänge)
    Etmal
    (norm.
    Seemeilen
    pro Tag)
    5. Sieger Bernd Lohmann Ostsee D/DK 7 253 203 29
    3. Sieger Günter Flusche 1. Friesland
    2. Isselmeer
    3. Karibik
    23 471 394 17
    3. Sieger Dr. Klaus Peiffer Kroatien 12 423,6 358 30
    2. Sieger Ludger Schneider 1. Ostsee D/DK
    2. Ostsee D/DK
    21 433,9 444 21
    1. Sieger Gerhard Stolzewski 1. Überführung nach Lemmer
    2. Nordsee NL/D
    3. Nordsee D
    13 382 463 36


    Zu den Bewerbern und ihren Fahrten:

    Bernd Lohmann, 5. Sieger, hatte - wie die Jahre zuvor - einen einwöchigen Törn auf der Ostsee von Rostock nach Dänemark. Mit "Elisabeth-Marie", einer Bavaria 51, konnte ein beachtliches Etmal von 36 sm/Tag herausgesegelt werden. Das Wetterspektrum reichte vom Sau- bis zum Traumwetter. Der Traumsegeltag: Unter Spi bei 5-6 Bft eine Strecke von 48 sm und das am 1. Oktober im T-Shirt !

    Günter Flusche, 3. Sieger, führte im Jahr 2003 drei Fahrten durch: Friesland wurde mit einer 12m-Motoryacht erkundet, Segeltörns erfolgten auf dem Ijsselmeer und in der Karibik mit einem 44- bzw. 50-Fuß-Schiff. Die Karibik gilt als schwierigeres Segelgebiet, teilweise mit Untiefen, Riffen und engen Einfahrten . Über 300 sm Karibik sprechen für sich.

    Dr. Klaus Peiffer, ebenfalls 3. Sieger, durchpflügte die Adria von Biograd nach Dubrovnik und zurück. Die Mannschaft meisterte am 6.Tag ein Manöver unter Notruder zur Insel Mljet, dann nach Slano. Nach dem Ersatz der Seilscheibe am Ruderschaft konnte es weitergehen. Die Bora war Anfang April "saumäßig" kalt und wehte nicht den ganzen Tag, so daß morgens und am späten Nachmittag Motorhilfe angesagt war. Lesenswerter Bericht mit kompletter Logbuch-Kopie einer nachahmenswerten Fahrt.

    Ludger Schneider, 2. Sieger, machte zwei Fahrten auf der Ostsee nach Dänemark. Die erste ab Heiligenhafen mit Segelschülern des Vorjahres unter vorausschauender Törnplanung ohne "Schädigung von Personen und Material". Sozusagen ein gelungener Nachbereitungstörn für SKS-Schüler ohne Ausbildungs- und Prüfungsstress. Die zweite ab Kappeln war eine Familienfahrt auf eigenem Kiel mit Hafentagen, Besuch von Stränden und Erkundung von Inseln wahrscheinlich so wie es sich Alina und Marco gewünscht hatten. Zwei interessante Fahrtenberichte, die sicherlich von anderen Clubmitgliedern eingesehen werden dürfen.

    Den Fahrtensegelpreis 2003 hat sich Gerhard Stolzewski verdient, der durch seine gut vorbereiteten bemerkenswerten Reisen auf ganz unterschiedlichen Gewässern bekannt ist.

    Mit seiner "Lucia III", einer 22-Fuß-Miglitsch, bereiste G. Stolzewski eine ganze Reihe Flüsse und Kanäle, segelte auf Binnen- und Seerevieren und scheute auch die Nordsee nicht. Der passionierte Segler bewies mit seinem Törn von der Schleuse Kornwerderzand bis Harlesiel über die west- und ostfriesischen Inseln, daß die Nordsee selbst für ein kleines Schiff keine "Mordsee" sein muß.

    Jedoch stieg der "blanke Hans" mehrfach von achtern in die Plicht der "Lucia" ein, um die Crew zu mahnen: "Ihr segelt im Tidengewässer! Meidet Strom gegen Wind und schaut auf die Uhr, das rate ich nur!".

    Man hielt sich an alle Ratschläge des Hans mit dem Ergebnis einer schnellen Reise unter Nutzung von Uhr und zwei Tageshochwassern. Herzlichen Glückwunsch !

    [Zurück]